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Melkerei

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Würde man, wie vor Jahrzehnten, die Kühe auf dem Nüeltschehof von Hand melken, würden 4-5 Melker benötigt. Mit dem bisherigen Melkstand konnte eine Person gleichzeitig 6 Kühe melken. Da Melker heute Mangelware sind und der bisherige Melkstand nach rund 28 Jahren ersetzt werden musste, stellte sich die Frage, was nun.

Melkroboter heisst die Lösung. Er trägt die unromantische Bezeichnung De Laval VMS V300. Okäi, wenn man sich nun einen Roboter, samt Melkstuhl vorstellt, welcher im Stall von Kuh zu Kuh geht, liegt man falsch. Es funktioniert umgekehrt. Die Kuh kommt selbständig, wenn sie gemolken werden möchte, zum Melkroboter, einer Art Box. Dort wird über ihr Halsband die Melkerlaubnis abgefragt. Im negativen Fall öffnet sich die nächste Türe und sie verlässt ungemolken den Roboter. Im positiven Fall erhält sie ein Läckerli in Form von Graswürfeln, ihre Zitzen werden gereinigt, getrocknet und stimuliert, die Melkbecher angesetzt und gemolken. Nach dem Melken öffnet sich die Türe, die Kuh spaziert raus und alles wird gereinigt. Der ganze Prozess erfolgt vollautomatisch. Falls eine Kuh nicht rechtzeitig zum Melken erscheint und auch bei Unregelmässigkeiten wird ein Alarm aufs Handy abgesetzt.
Soweit die Theorie – in der Praxis kümmert sich nach wie vor regelmässig ein Mensch um das Wohlergehen der Kühe.

Keine Angst, auch mit dem Roboter bleibt die Milch weiss, bleibt Kuhmilch und nicht Hafermilch, bleibt flüssig und wird nicht automatisch zu Joghurt oder Butter und auch die Kühe bleiben individuelle Kühe mit individuellen Eutern. Kurzum Milch bleibt Milch, Kuh bleibt Kuh, schlauer Bauer bleibt schlauer Bauer, oder so.

Falls Sie das nächste Mal jemanden als „Dumme Kuh“ betiteln, sollten sie wissen, dass dies ein so schlechtes Urteil nicht sein kann, denn mindestens unsere Kühe sind alles andere als dumm und wussten schon lange, wann Melkzeit ist, standen pünktlich vor dem Melkstand an, liefen brav rein, liessen sich melken und gingen selbständig wieder raus. Und so werden sie sich schnell an den Roboter gewöhnen.

Und zum Schluss noch dies:

Bis es soweit war, musste im laufenden Betrieb umgebaut werden. Aufgrund der Platzverhältnisse gestaltete sich dies nicht einfach. Beispielsweise musste von aussen, durch die Türe der Boden aufgespitzt werden. Erinnert doch irgendwie an einen Zahnarztbesuch. Okäi, der Zahnarzt bohrt wenigstens nur und zudem mit weniger Lärm.